Arts@CERN

Das Europäische Zentrum für Nuklearforschung schafft kreative Verbindungen zwischen der Welt der Wissenschaft, der Kunst und der Technik.

Der internationale COLLIDE-Award ist Teil der Kooperation von Arts@CERN und FACT (Foundation for Art and Creative Technology, Liverpool).

Noch bis 23. Mai 2016 werden Bewerbungen für den Collide-Award und damit für
eine achtwöchige Residency am CERN und einen daran anschließenden vierwöchigen Aufenthalt im FACT in Liverpool entgegengenommen unter Arts@CERN arts.collide@cern.ch und act.co.uk

„Our desire is to connect the worlds of leading scientists with international artists through ‚creative collisions‘, encouraging both fields to inspire and challenge each other, and pushing the boundaries of their traditional roles and methodologies„.
Arts@CERN’s director, Monica Bello

Arts@CERN ist das künstlerische Programm von CERN und soll kreative Verbindungen zwischen der Welt der Wissenschaft, der Kunst und der Technik hervorbringen. Als Teil der im August 2010 unterzeichneten Kulturpolitik von CERN wurde im Jahr 2011 das renommierte „Collide@CERN Residency“-Programm ins Leben gerufen. Dieses Programm blickt heute auf eine fünfjährige Erfolgsbilanz zurück, im Rahmen welcher transdisziplinäre künstlerische Qualität etabliert, sowie der Austausch zwischen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen gefördert wurde. Leiterin von Arts@CERN ist Monica Bello.

collisionArtist’s rendition of a high-energy collision inside a particle detector (Image: CERN)

Zu der Nahtstelle von Physik und Kunst finden Sie hier einen Ausschnitt aus einem Interview vom 11.06.2015 von Magdalena Leitner, Collide@CERNResidencies mit Monica Bello. (http://www.aec.at/aeblog/2015/06/11/am-cern-muessen-uns-kuenstlerinnen-mit-ideen-herausfordern/)

Monica, durch deinen Lebenslauf sieht man, dass du eine Menge Know-how in den Bereichen Kunst und Wissenschaft hast. Siehst du dich eher als Künstlerin oder als Wissenschaftlerin? Was interessiert dich daran, diese beiden Bereiche miteinander zu kombinieren?

Monica Bello: Ich habe eigentlich Kunstgeschichte studiert und bin Kuratorin für Medienkunstprojekte. Als Kunsthistorikerin interessiere ich mich sehr für die neuesten Trends der künstlerischen Praxis und als Kuratorin habe ich die Möglichkeit meine Forschungsarbeit praktisch anzuwenden. Seit Beginn meiner Karriere finde ich aber jene Kunstprojekte am spannendsten, bei denen Kunst mit anderen Disziplinen kombiniert wird und hier vor allem jene, die mit technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt arbeiten.

Ich habe mich nie als Künstlerin oder Wissenschaftlerin gesehen, aber ich versuche einen Dialog zwischen diesen beiden Disziplinen herzustellen. Mein Interesse besteht darin, zu erkunden, wie die Kreativität das Bindeglied zwischen Kunst und Wissenschaft sein kann und wie dadurch die Grenzen zwischen diesen beiden Disziplinen verschwimmen.

Für einen Laien sieht es aus, als wären Physik und Kunst völlig unterschiedliche Disziplinen: Physikerinnen und Physiker arbeiten eher strikt mit mathematischen Formeln und künstlerische Arbeit ist frei und kreativ. Wie können Physikerinnen und Physiker mit Künstlerinnen und Künstlern zusammenarbeiten?

Monica Bello: Trotz der vielen Unterschiede, glaube ich, dass sie mehr gemeinsam haben, als so mancher glaubt. Diese Gemeinsamkeiten zu ergründen ist eine der Herausforderungen bei Arts@CERN. Wir wissen, dass sich Physikerinnen und Physiker mit abstrakten Ideen befassen, die sie in Experimenten, Modellen und Simulationen testen. In künstlerischen Arbeiten finden wir oft sehr ähnliche Prozesse. Die künstlerische Praxis beginnt bei der Erforschung eines breiten Spektrums abstrakter Konzepte, die zu neuen Ideen und Fragestellungen führen können. Durch diese Form des künstlerischen Experimentierens können neue Entdeckungen über die Eigenschaften von Materialien, von Reaktionsverhalten oder von der Umwelt gemacht werden. Als Ergebnis sehen wir, dass man in beiden Bereichen – sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Kunst – mit abstrakten Ideen arbeitet und diese aber auf unterschiedliche Weise diskutiert. Es ist ein ständiges in Frage stellen der Eigenschaften der Natur und der Grenzen des Wissens. Um es zu vereinfachen: sowohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, als auch Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit Ideen und Hypothesen, die ihr Verständnis und ihre Modelle der Welt um sie herum reflektieren. Indem sie diese hinterfragen, bringen sie wiederum neue Erkenntnisse und Modelle hervor.

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